Sherif Sherif

Plattform2025

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Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

Sherif Sherif, Plattform25, exhibition view, Centre d’art Neuchâtel, 2025. Photo: Sébastien Verdon.

It’s showtime!!!, 2025
Plexiglas, Satin, Auto-Kühlventilatoren, LED-Licht, Videos
Variable Dimensionen

Sherif Sherif, geboren 1995 in Kairo, ist ein zwischen Paris und der Schweiz lebender Künstler und Fotograf. Er absolvierte einen Master in Bildender Kunst an der écal, sein Werk entfaltet sich in den Medien Skulptur, Video, Fotografie und Installation.

Durch diese unterschiedlichen Ausdrucksformen behandelt Sherif Themen wie Identität, Begehren und Migration. Formal greift seine künstlerische Praxis Elemente aus dem öffentlichen Raum auf – etwa Überwachungskameras, städtische Stromkästen oder Vogelabwehrspitzen. Diese häufig massgeschneidert rekonstruierten Objekte erzählen von kontrollierten, verdrängten und überwachten Körpern.

Über die Auswahl seiner Materialien – Plexiglas, rotes Licht und Farbe sowie 3D-Drucke – zeichnet Sherif das Bild einer Gesellschaft nach, in der nichts ausufern darf, in der alles geregelt ist, in der kaum Raum bleibt für Unebenheiten oder individuelle Besonderheiten. Mit diesen Mitteln gelingt es dem Künstler, die Gewalt aufzuzeigen, die dominante gesellschaftliche Normen auf minorisierte Körper ausüben, insbesondere auf queere und rassifizierte Personen.

In seinem 1999 erschienenen Buch Disidentifications: Queers of Color and the Performance of Politics beschreibt José Esteban Muñoz, dass Desidentifikation in einem von Normen dominierten Umfeld eine Überlebensstrategie darstellt für all jene, die diesen Normen nicht entsprechen. Dadurch, dass sich marginalisierte Personen diesen Normen weder vollständig anpassen noch komplett entziehen können, bleibt ihnen oft nur übrig, Normen zu unterwandern und zu subvertieren. Während Judith Butler argumentiert, dass alle Geschlechtsidentitäten performativ sind, da sie aus einer Reihe wiederholter Handlungen entstehen, die sie sozial konstruieren, geht Muñoz’ Theorie in der Konstruktion und Performativität dieser Identitäten einen Schritt weiter.

Im Rahmen seiner Teilnahme an Plattform25 rückt Sherif einen Performer, der repetitive Gesten ausführt, in den Vordergrund. Wie ein Geist erscheint und verschwindet seine Silhouette in unregelmässigen Abständen an verschiedenen Orten im CAN. In drei Akten gedacht, übersetzt diese Choreografie aus Erscheinen und Verschwinden die gewaltsamen und disruptiven Erfahrungen von Migration und Exil.

It’s showtime!!!

Gleichzeitig öffnen sich – genau getaktet – die Vorhänge einer Installation und deuten damit den Beginn der fragmenhaften Performance an.
Diese hoch aufgeladene Szenerie legt ihr eigenes Funktionssystem offen, ohne es jedoch zugänglich oder kontrollierbar zu machen.

Für Sherif sind diese Elemente der Performativität, wie sie in It’s showtime!!! (2025) erzählt werden, untrennbar verbunden mit dem Konzept des liminalen Raums. Ein Zustand des Dazwischen – des Übergangs, des Schwebens, der Instabilität, der Unsicherheit. Der Protagonist bringt diesen emotionalen Zwischenraum durch Gesten zum Ausdruck – ein limboartiger Zustand, aus dem es vielleicht kein Entrinnen gibt… oder vielleicht doch in fünf Minuten?

Katia Leonielli
Aus dem Französischen übersetzt